Behörden & Politik

eHealth

Kontaktstelle eHealth

Für die Umsetzung der nationalen eHealth Strategie sieht die Gesundheitsdirektion Kanton Zürich folgende Rolle und Zuständigkeiten für den Kanton vor:

  • Notwendige rechtliche Rahmenbedingungen für eine flächendeckende Einführung von eHealth sicherstellen, im Speziellen das ePatientendossier
  • Information über nationale Vorgaben und Aktivitäten innerhalb des Kantons sicherstellen
  • Koordination des kantonsübergreifenden Austauschs
  • nach Bedarf Koordination kantonsinterner Aktivitäten (Projektportfolio)

Die Gesundheitsdirektion hat eine Kontaktstelle eHealth als Ansprechpartnerin für inner- und ausserkantonale Stellen zum Thema eHealth geschaffen. Sie gewährleistet den Zugang zu Informationen, koordiniert kantonale Projekte und stellt die Vernetzung auf nationaler Ebene sicher. Die Koordinaten der Kontaktstelle finden Sie oben rechts auf dieser Seite.

eHealth-Strategie Kanton Zürich

Elektronisches Patientendossier

Das Bundesgesetz vom 19. Juni 2015 über das elektronische Patientendossier (EPDG) wird 2017 in Kraft treten. Es regelt die Voraussetzungen für die Einführung des elektronischen Patientendossiers in der Schweiz.

Mit dem elektronischen Patientendossier sollen gemäss EPDG:

  • die Qualität der medizinischen Behandlung gestärkt;
  • die Behandlungsprozesse verbessert;
  • die Patientensicherheit erhöht;
  • die Effizienz des Gesundheitssystems gesteigert sowie
  • die Gesundheitskompetenz der Patientinnen und Patienten gefördert werden.

Der Kanton Zürich hat ein Interesse daran, dass die Ziele des Bundesgesetzes über das elektronische Patientendossier möglichst gut erreicht werden. Vor diesem Hintergrund hatte
der Regierungsrat bereits in seinen Richtlinien zur Regierungspolitik 2011–2015 die Erarbeitung einer eHealth-Strategie verankert (vgl. auch oben). Für die laufende Legislaturperiode 2015–2019 hat der Regierungsrat als weitere Massnahme festgehalten, «den Aufbau eines elektronischen Patientendossiers im Kanton zu unterstützen».

Die Umsetzung des EPDG im Kanton Zürich wird von der Gesundheitsdirektion zusammen mit den Leistungserbringern bereits seit mehreren Jahren vorbereitet. Es soll eine zweckmässige und nachhaltige Lösung realisiert werden, mit der die vom EPDG angestrebte Qualitätssteigerung in der Gesundheitsversorgung erreicht wird, gleichzeitig aber auch den Leistungserbringern ein möglichst grosser Nutzen und der öffentlichen Hand ein tragbares Finanzierungsmodell geboten werden. Hingegen sieht die eHealth-Strategie des Kantons nicht vor, dass der Kanton eHealth-Anwendungen wie das elektronische Patientendossier selbst bereit stellt oder im Sinne eines Service public betreibt oder dauerhaft subventioniert.

Aufgrund der im EPDG verankerten «doppelten Freiwilligkeit» kann das elektronische Patientendossier als zentrales Vernetzungs- und Kommunikationssystem nur dann erfolgreich eingeführt werden, wenn alle stationären und ambulanten Leistungserbringer zur Teilnahme motiviert und für den Anschluss an eine gemeinsame Infrastruktur gewonnen werden können. Aus diesem Grund hat die Gesundheitsdirektion die Bildung einer gemeinsamen Trägerschaft unter Einbezug aller kantonsweit tätigen Leistungserbringerverbände (Verband Zürcher Krankenhäuser, Ärztegesellschaft Kanton Zürich, Spitexverband Kanton Zürich, Curaviva Kanton Zürich, Apothekerverband Kanton Zürich) vorangetrieben.

Der Verein Trägerschaft ZAD hat mit personeller und finanzieller Unterstützung der Gesundheitsdirektion ein Umsetzungskonzept und ein Finanzierungsmodell entwickelt sowie mit einem öffentlichen Ausschreibungsverfahren einen geeigneten Industriepartner (Swisscom Health AG) evaluiert. Die Vorbereitungsarbeiten für ein Einführungsprojekt sind erbracht, so dass mit der technischen Umsetzung begonnen werden kann.

Mit einer Anschubfinanzierung ermöglicht es der Kanton der Trägerschaft, die Aufbauarbeiten kontinuierlich weiterzuführen und das Konzept einer umfassenden, subventionsfrei betreibbaren kantonsweiten Stammgemeinschaft weiter zu verfolgen. Der Regierungsrat hat dazu an seiner Sitzung vom 25. Mai 2016 der Trägerschaft einen Staatsbeitrag in der Höhe von maximal 3,75 Millionen Franken zugesichert. Über die Finanzhilfe des Bundes gemäss EPDG wird voraussichtlich rund die Hälfte dieses Betrags zurückfliessen, so dass sich die Belastung der Staatskasse per Saldo auf rund 1,9 Millionen Franken belaufen wird.

Für den Systemaufbau und den Aufbau der Betriebsorganisation wird eine gemeinnützige Betriebsgesellschaft gegründet. Der Kanton Zürich wird sich am Aktienkapital dieser nicht gewinnorientierten Gesellschaft zusammen mit den Leistungserbringern resp. deren Verbänden beteiligen.

Der Kanton hat als Gewährleister der Gesundheitsversorgung, aber auch als Eigentümer eigener Spitäler, ein Interesse an einer möglichst breiten, raschen und nachhaltigen Einführung des elektronischen Patientendossiers und an einem nutzerorientierten, wirtschaftlichen Betrieb der Stammgemeinschaft. Dem Erfordernis, auf eine zweckmässige Umsetzung hinzuwirken, die auch den gesundheitspolitischen Interessen gerecht wird und eine unnötige Belastung der öffentlichen Hand vermeidet, trägt der Kanton zweifach Rechnung: Einerseits mit der notwendigen Anschubfinanzierung. Und anderseits, indem er in der Aufbauphase nicht nur die sachgerechte und zielführende Verwendung der im Rahmen dieser Anschubfinanzierung zur Verfügung gestellten Mittel sicherstellt, sondern auch direkt auf die konzeptionellen und operativen Umsetzungsarbeiten Einfluss nimmt. Dazu dienen die Beteiligung des Kantons an der Betriebsgesellschaft für den Aufbau und Betrieb der EPD-Stammgemeinschaft im Kanton Zürich und seine Präsenz im Verwaltungsrat in der Person des Gesundheitsdirektors.