Behörden & Politik

Qualitäts-Controlling, Qualitäts-Entwicklung, Qualitätsstrategie

Eine Kernaufgabe der Gesundheitsdirektion ist es, gemeinsam mit den Spitälern und weiteren Partnern für eine hochwertige medizinische Behandlungsqualität der Zürcher Bevölkerung zu sorgen. Mit den Spitallisten 2012 und dem Spitalplanungs- und
-finanzierungsgesetz (SPFG)
verfügt die Gesundheitsdirektion über eine ausgezeichnete Grundlage dazu. Ihre Arbeit im Thema Qualität findet über Qualitäts-Controlling und Qualitäts-Entwicklung statt.

Qualitäts-Controlling

Im Rahmen der Zürcher Spitalplanung 2012 hat die Gesundheitsdirektion die grundlegenden Qualitätsanforderungen an die Akutspitäler, Rehabilitationskliniken und die Psy­chiatriekliniken
vorgegeben. So ist jeder Leistungserbringer auf der Spitalliste des Kantons Zürich z.B. verpflichtet, über schriftliche Konzepte hinsichtlich Qualitätssicherung, Patientenversorgung, Notfall, Hygiene und Grippeimpfung etc. zu verfügen. Die Spitäler nehmen ausser­dem regelmässig an Qualitätsmessungen teil, deren Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich sind.

Im Interes­se einer qualitativ hochstehenden Gesundheitsversorgung überprüft die Gesundheitsdirektion periodisch, ob Qualitätsanforderungen eingehalten werden:

  • 2013 wurden die Listenspitäler überprüft, inwiefern sie die Anforderungen an die Personalqualifikation und -verfügbarkeit erfüllen. Mehr dazu hier.
  • 2016 erfolgte ein Qualitäts-Audit zu den Zwischenfallmeldesystemen (CIRS) der Listenspitäler.

Qualitäts-Entwicklung

Die Gesundheitsdirektion entwickelt mit Partnern im Zürcher Gesundheitswesen die Qualität in spezifischen Themen weiter. Eine partnerschaftliche Zusam­menarbeit ist hierbei von besonderer Bedeutung, denn Qualität lässt sich nicht ausschliess­lich durch die Leistung eines Individuums erbringen. Es bedarf einer unterstützenden, abge­stimmten Leistung aller Beteiligten, damit die medizinische Behandlung erfolgreich ist.

Diesem Leitgedanken entsprechend, haben die Gesundheitsdirektion und der Verband Zürcher Krankenhäuser das Programm «Qualitäts-Entwicklung» lanciert, um die Qualität in den Zürcher Listenspi­tälern über gemeinsame Projekte weiterzuentwickeln. Das Programm ist durch Fachexperten aus der Gesundheitsbranche, der Wissenschaft und der Aviatik begleitet worden. Im Rahmen dieses Programms sind bereits vier Projekte entstanden:

 

Bild Qualitätsstrategie

Qualitätsstrategie der stationären Versorgung im Kanton Zürich

Die «Qualitätsstrategie der stationären Versorgung im Kanton Zürich» ist in einem gemeinsamen Projekt der Gesundheitsdirektion Kanton Zürich, des Verbands Zürcher Krankenhäuser und weiterer Partner erarbeitet worden. Sie dient in erster Linie dazu, die Versorgungsqualität weiterzuentwickeln und die Qualitätskultur in der Gesundheitsversorgung im Kanton Zürich zu stärken. Sie schafft dazu den Rahmen und setzt Prioritäten für künftige Qualitätsaktivitäten.

 

Systematische Peer-Review

In der ärztlichen Peer-Review reflektieren Gesundheitsfachpersonen freiwillig ihr medizinisches und pflegerisches Handeln im Dialog mit Fachkollegen. Dabei arbeiten sie zusammen mit der Initiative Qualitätsmedizin IQM Berlin und setzen deren System ein. Das Verfahren ermöglicht es, Wissen auszutauschen und voneinander zu lernen. Auffälligkeiten werden in Einzelfallbetrachtungen im kollegialen Dialog auf Qualitätsaspekte geprüft. Unterdessen sind im Kanton Zürich folgende acht Listenspitäler Mitglieder des Peer Review der Initiative Qualitätsmedizin: Universitätsspital Zürich, Kantonsspital Winterthur, Stadtspital Triemli, Klinik Hirslanden, Spital Uster, GZO AG Spital Wetzikon, Spital Bülach und Spital Zollikerberg.

 

Informationsübermittlung in der Behandlungskette

Zusammen mit der hcri AG wurde untersucht, welche standardisierten Patientendaten an nachfolgend behandelnde Leistungserbringer übermittelt werden. Das Projekt wurde inzwischen abgelöst. Im Projekt XAD erarbeitet der Kanton Zürich mit den Leistungserbringern die Grundlagen für das elektronische Patientendossier.

 

Lernen aus kritischen Ereignissen in der Medizin

In diesem Projekt nahmen verschiedene Institutionen an einer Studie der ETH teil. Dabei wurden die Verhaltensweisen, Analysen und Entscheidungen von verschiedenen Berufsgruppen auf kritische Ereignisse hin untersucht. Die Befragungen in diesem Projekt sind abgeschlossen, der Abschlussbericht erfolgt nach der wissenschaftlichen Publikation.