Behörden & Politik

Spitalfinanzierung ab 2012

Zwei Männer in Anzügen diskutieren eine Statistik

 

 

 

 

 

 

 

Seit dem 1. Januar 2012 gilt gestützt auf das Krankenversicherungsgesetz (KVG) eine neue Spitalfinanzierung. Die stationären, akutsomatischen Behandlungen werden neu über eine fixe leistungsbezogene Pauschale pro Behandlungsfall, die sogenannte Baserate (SwissDRG) abgerechnet. Damit werden die Spitalrechnungen und die Kosten einer Krankheitsbehandlung schweizweit vergleichbarer. Der Kanton und die Krankenversicherer vergüten alle stationären Leistungen nach einem festen Schlüssel.

Für die Gesundheitsdirektion bedeutet die „neue“ Spitalfinanzierung ein Wechsel von den leistungsbezogenen Globalbudgets hin zu einer Finanzierung der Listenspitäler mittels Tarifen pro standardisierten Behandlungsfall. Diese werden entweder von den Versicherern und den Leistungserbringern ausgehandelt und vom Regierungsrat genehmigt oder vom Regierungsrat hoheitlich festgelegt. An die Tarife bezahlt der Kanton Zürich zurzeit 51%. Der kantonale Anteil wird bis 2017 schrittweise auf 55% erhöht.

Tarife und Referenztarife

Aktuell: Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte die mit Wirkung ab 1. Januar 2012 festgesetzte Baserate der Zürcher Stadtspitäler Triemli und Waid. Die festgesetzte Baserate ist somit für die von der tarifsuisse ag vertretenen Krankenversicherer (ohne Assura-Basis SA und SUPRA 1846-SA) rechtskräftig. Die nicht genehmigten Tarifverträge betreffend das Stadtspital Triemli und die Einkaufsgemeinschaft HSK bzw. die Krankenversicherer Assura-Basis SA und SUPRA 1846-SA müssen vom Regierungsrat erneut beurteilt werden.

Die vom Regierungsrat im Dezember 2011 mit Wirkung ab 1. Januar 2012 festgesetzten Referenztarife für ausserkantonale Wahlbehandlungen gelten weiterhin unverändert.

Im Archiv sind frühere Versionen der Übersichten stationäre Tarife einsehbar.

Dezember 2011: Der Regierungsrat legt provisorische Tarife für die stationären Behandlungen in den Zürcher Spitälern (Akutsomatik, Rehabilitation, Psychiatrie) im Sinne einer vorsorglichen Massnahme ab dem 1. Januar 2012 fest (RRB Nr. 1493/2011 und RRB Nr. 1578/2011). Die provisorische Fallpauschale des Kinderspitals Zürich wurde im November 2012 in Wiedererwägung gezogen, den entsprechenden Regierungsratsbeschluss finden Sie hier.

Dezember 2011: Der Regierungsrat legt die Referenztarife ab 2012 fest (RRB Nr. 1579/2011). Diese gelten auch im Jahr 2013 bis zu einer Neufestsetzung weiter.

November 2012: Provisorische Fallpauschale (RRB Nr. 1143/2012)

März 2013: Der Regierungsrat legt die mit Wirkung ab 1. Januar 2012 geltenden Fallpauschalen nach SwissDRG in den Zürcher Spitälern und Geburtshäusern fest (RRB Nr. 278/2013). Er hat bestimmt, dass für die Dauer der Rechtsmittelfrist und eines sich allenfalls daran anschliessenden Rechtsmittelverfahrens die mit RRB Nrn. 1493/2011 und 1143/2012 angeordneten provisorischen Fallpauschalen (Fr. 9‘500 für nicht-universitäre Spitäler, Fr. 11‘400 für Universitätsspitäler und Fr. 12‘800 für das Kinderspital) weiter zur Anwendung kommen.

April 2014: Der Regierungsrat legt die mit Wirkung ab 1. Januar 2012 in den Zürcher Spitälern geltenden stationären Tarife  für die Leistungsbereiche Rehabilitation, Psychiatrie [einschliesslich Psychiatrie in akutsomatischen Spitälern], akutsomatische Versorgung Abhängigkeitskranker [Leistungsgruppe AVA] und Palliative Care Kompetenzzentrum [Leistungsgruppe PAL; soweit nicht über Fallpauschalen tarifiert]) fest.

Kantonaler Vergütungsanteil

Nach dem revidierten eidgenössischen Krankenversicherungsgesetz (KVG) teilen sich die Kantone und die Krankenversicherer die leistungsbezogenen Pauschalen in den Spitälern nach einem festen Schlüssel. Der Vergütungsanteil des Kantons beträgt ab dem Jahr 2017 mindestens 55 Prozent. Das Krankenversicherungsgesetz sieht jedoch vor, dass der Kantonsanteil während einer Übergangsphase zwischen 45 und 55 Prozent festgelegt werden kann.

März 2011: Der Regierungsrat setzt den kantonalen Vergütungsanteil an den Fallpauschalen für das Kalenderjahr 2012 auf 51 Prozent fest (RRB Nr. 338/2011).

April 2012: Der Regierungsrat setzt den kantonalen Vergütungsanteil an den Fallpauschalen für das Kalenderjahr 2013 auf 51 Prozent fest (RRB Nr. 323/2012).

April 2013: Der Regierungsrat setzt den kantonalen Vergütungsanteil an den Fallpauschalen für das Kalenderjahr 2014 auf 51 Prozent fest (RRB Nr. 308/2013).

März 2014: Der Regierungsrat setzt den kantonalen Vergütungsanteil an den Fallpauschalen für das Kalenderjahr 2015 auf 51 Prozent, 2016 auf 53 Prozent und 2017 auf 55 Prozent fest (RRB Nr. 339/2014).